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Tipps

Thema des Club Transmediale Festivals
diesmal: OVERLAP - Die Überschneidungen
von Musik und anderen kreativen und
wirtschaftlichen Bereichen.

Club Transmediale Festival 2010 vom 28.1. - 7.2.
19. Januar 2009

Ende Januar beginnt in Berlin das 11. Club Transmediale Festival. Die Veranstaltungsreihe, die sich für „Adventurous Music and Related Visual Arts“ zuständig sieht, findet jährlich parallel zum Festival für Kunst und digitale Kultur Transmediale statt und widmet sich der elektronischen und experimentellen Musikkultur, die der Club Transmediale inzwischen auch das ganze Jahr über in Berlin präsentiert.

Unter dem diesjährige Motto "OVERLAP – Sound & Other Media" gibt es Clubabende, Performances und Konzerte an verschiedenen Orten. Zentral ist dabei das WMF. Da das Programm sehr vielfältig ist, ist es schwer, Empfehlungen für Highlights auszusprechen. Zu meinen persönlichen Favoriten gehören der Italians Do It Better-Abend, eine Labelshow unter anderem mit Glass Candy am 29.1. im WMF und die Premiere des Films Making Contact im Kino Babylon am 3. Februar. Und auch wenn sie in Berlin Dauergäste sind, ist ebenso der Plattenspieler-Abend mit Thomas Meinecke und Tobias Rapp am 5.2. im .HBC zu empfehlen.

Am Eröffnungsabend gibt es in Zusammenarbeit mit dem HAU und dem CONTEXT Festival drei außergewöhnliche Tanzperformances zu sehen. Nicht mein Fach, aber das Club Transmediale Festival ist genau der Ort, sich auch mal auf nur in Insiderkreisen bekannte Künstler/innen oder weniger vertraute Kunstformen einzulassen. Wenn dann Namen wie Apparat und Shitkatapult Label ins Spiel kommen, fühlt sich vielleicht der eine oder die andere Musikfreund/in wieder auf heimischem Terrain, ebenso wie Tanzbegeisterte neue Musik entdecken mögen. (Details zum Abendprogramm hier).

Tagsüber wird das Thema "Overlap", das in den abendlichen Veranstaltungen getanzt, musiziert oder bebildert wird, in Vorträgen vorgestellt. Bereits im Jubiläumsjahr 2009 (10 Jahre CTM) ging es um den Zustand und die Zukunftsperspektiven unabhängiger Musikproduktion und experimenteller audio-visueller Kunst. In diesem Jahr geht es besonders um die Überschneidungen zwischen Musik und anderen kreativen und wirtschaftlichen Bereichen. Mehr Infos und Hintergrundberichte gibt es auf dem Structures-Blog des CTM.

Es gibt gemeinsame Projekte mit der diesjährigen Transmediale (2. - 7.2.) im Haus der Kulturen der Welt und bei der Preisverleihung . De:Bug und Zero“ stellen einen Sampler zur Verfügung, den man hier bis zum letzten Festivaltag kostenlos herunterladen kann. Auf play.fm gibt es bis zum Festivalstart Highlights der Veranstaltungen des letzten Jahres zu hören, wie z. B. Radioclit, Skream, Benga oder Prins Thomas, ebenso wie DJ-Sets und Musik von Künstler/innen, die in diesem Jahr auftreten. Nach der Veranstaltung werden dort auch Aufzeichnungen vom diesjährigen Club Transmediale zu hören sein.


Eine neue Reihe im Hebbel am Ufer präsentiert außergewöhnliche Musikperformances und den dazugehörigen theoretischen Hintergrund

Neue Reihe im Hebbel am Ufer: „Life is Live – Musik, Diskurs, Performance“
22. Dezember 2009

Im Januar startet im Hebbel am Ufer in Berlin die neue Veranstaltungsreihe „Life is Live – Musik, Diskurs, Performance“. Sie beschäftigt sich mit der Liveperformance von Popmusik, die im Zuge der Absatzkrise der Tonträgerindustrie eine neue Hochkonjunktur erlebt.

Kuratiert vom neuen Musikchef des HAU, Christoph Gurk, will die Reihe zweimonatlich „avancierte popmusikalische Praxis und kulturtheoretische Reflexion“ zusammenbringen, die dem „Trend zur Kommerzialisierung und Konformität des Konzertbetriebs“ entgegen stehen soll.

Bei der Auftaktveranstaltung am 15. und 16. Januar wird der renommierte britische Soziologe und Poptheoretiker Simon Frith über den „Wert von Live-Musik“ sprechen. Frith, der zu den ersten und wichtigsten Protagonisten der Cultural Studies gehört, forscht derzeit an der Universität Edinburgh zum Thema „Konzert als Geschäftsmodell und als Ort sozialer Erfahrungen“. Für den theoretischen Überbau gibt es weiterhin mehrere Panels, an denen Journalisten, Musiker, Veranstalter etc. diskutieren werden, u. a. Jens Balzer (Berliner Zeitung / SPEX), Ted Gaier (u. a. Die Goldenen Zitronen) und Stefan Lehmkuhl (Melt! Booking).

Musikalisch bietet das HAU an diesem Wochenende wieder ganz besondere Leckerbissen: Der Hamburger Hendrik Weber, unter dem Pseudonym Pantha Du Prince, feiert schonmal vorab die Veröffentlichung seines neues Album "Black Noise", das am 9. Februar offiziell erscheinen wird. Zweiter musikalischer Gast am Freitag ist Noah Lennox alias Panda Bear, der mit Animal Collective bekannt wurde. Er hat nicht nur auf diesem wunderbaren Pantha Du Prince-Track mitgewirkt, sondern stellt seine hochgelobte Soloarbeit zum ersten Mal in Berlin vor. DJ an diesem Abend ist Webers Label-Kollege Carsten Jost.

Eine kleine Sensation für Freund/innen der elektronischen Tanzmusik gibt es auch am darauffolgenden Samstag: Eric D. Clarke, Justus Köhnke und Hans Nieswand werden seit langem wieder einmal als Whirlpool Productions zu sehen sein, eine Formation, mit der sie in den 90ern internationale Erfolge feierten. Die Musiker reflektierten jedoch auch immer die theoretische Seite ihrer Arbeit, z.B. ihre eigene Körperlichkeit. Der Abend wird von der ebenfalls sehr eigenwilligen Kölner Musikerin und Performerin Niobe (bürgerlich Yvonne Cornelius) eröffnet. Ihr eklektisches Musikuniversum reicht von Klassik über elektronischer Musik bis hin zum Pop.

Flyer zur Auftaktveranstaltung am 15. 16. Januar 2010 „Life is Live – Musik, Diskurs, Performance“

HAU-Webseite zu "Life is Live"

Fotos vom ersten Tag (Simon Frith, Panda Bear, Pantha Du Prince)


Die Release-Party der Berlin Songs Vol. 3 am
22. Dezember ist gleichzeitig die Feier für 10 Jahre amSTArt

Berlin Songs Vol. 3 veröffentlicht
21. Dezember 2009

Die dritte Ausgabe von Berlin Songs ist erschienen! Die Serie kümmert sich um Künstler/innen und Bands aus den Genres (Anti-)Folk, Indie und LoFi, die in Berlin leben oder oft und gern hier zu Gast sind.

In der dritten Runde sind u.a. neun Künstler/innen wie Kat Frankie oder die WoWz vertreten, die beim diesjährigen Down by The River Festival in der Bar 25 aufgetreten. Weitere in der Szene bekannte Namen sind Jeffrey Lewis, Christiane Rösinger, Turner Cody und Susie Asado.

Ausgewählt wurden die Songs von Jan Nikolaus Junker und Sebastian Hoffmann, die die drei Compilationen auch im Eigenverlag herausbrachten. Junker ist selbst Musiker war u. a. bei der Antifolk-Band Herman Düne hin und wieder an den Instrumenten zu Gange. Hoffmann, ebenfalls auch Musiker, gehört zur Veranstaltergruppe von „Fourtrack on Stage“, die seit 2004 Antifolkkonzerte in Berlin organisiert.

Gefeiert wird der CD-Release am 22. Dezember im Ballhaus Ost – live mit u.a. Rösinger, Kristina Hanses und Chuckamuck. Das Event ist auch gleichzeitig die 10-Jahresfeier des befreundeten Projekts amStARt von Ran Huber, das aufstrebenden lokalen Künstler/innen in Berlin Auftrittsmöglichkeiten verschafft.

Tracklist und Bestellmöglichkeit für die Berlin Songs Compilationen.


Keine Werbung für schwarz / gelb, sondern Vielfalt: das UNERHÖRT! Musikfilm Festival in Hamburg

UNERHÖRT! Internationales Musikfilm Festival 3.-6. Dezember in Hamburg
16. November 2009

In Hamburg findet Anfang Dezember zum dritten Mal das kleine, feine Musikfilmfestival „Unerhört!“ statt. Auch wenn es in Filmanzahl und Staraufgebot mit großen Schwestern wie der Berlinale nicht mithalten kann, ist es doch das größte Filmfestival in Deutschland, das sich ausschließlich dem Musikfilm widmet, ob als Dokumentar-, Kurz- oder Spielfilm. Neben Künstlerportraits sind auch Festivals, musikalische Bewegungen oder durch Musik geprägte Lebensgeschichten Thema. Einige Filme sind zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Zudem stellt die Musikzeitschrift Spex die aus ihrer Sicht besten Videos des Jahres vor.

Eine kleine subjektive Auswahl der Highlights aus dem vielfältigen Programm: Die Deutschlandpremiere von "ON / OFF", einer Dokumentation über den in Berlin lebenden Briten Mark Stewart, der um 1980 als Sänger der Pop Group die britische Musikszene mitprägte und bis heute musikalisch mitmischt, "Rocksteady – The Roots Of Reggae", eine Dokumentation über die Entstehung einer Vorform des Reggae in Jamaica, und „Solo für Sanije“, eine Dokumentation über die Frau, die einen der berühmtesten DDR-Spielfilme inspirierte, „Solo Sunny“ (der ebenfalls gezeigt wird).

Zum ersten Mal findet in diesem Jahr auch ein eintägiger Kongress statt. Damit soll das Festival als Branchentreffen für Musikfilmmacher/innen weiter etabliert werden. Aber Unerhört! will nicht nur den Filmemachern eine Plattform geben, sondern auch einem breiten Publikum die Chance geben, handverlesene Filme zu sehen, die sonst im Kino nicht oder nur selten gezeigt werden.

Neben dem Preis für die bereits etablierten Filmemacher gibt es mit dem New Talents Wettbewerb auch eine Möglichkeit für Neulinge, ihre Filme zum Thema Musik vorzustellen und prämieren zu lassen.

Veranstaltungsorte in Hamburg sind die zeise kinos, Kino 3001, Abaton und B-Movie. Später geht das Festival in abgespeckter Version auf Reisen: Vom 10.-13.12. nach Berlin ins Eiszeitkino und ins FSK, dann nach Lüneburg und Groningen.

Das gesamte Programm mit Kurzbeschreibungen der Filme hier.


Jack Smith in Köln 1974, Foto / Copyright: E. Michelis (via Arsenal-Kino)

Der Mann vor Warhol: Fünftägige Konferenz zum US-amerikanischen Avantgarde-Künstler Jack Smith in Berlin
20. Oktober 2009

Er gilt als einer der ersten und wichtigsten Vertreter von Camp und Trash, Laurie Anderson nennt ihn den Paten der Performance Art, John Waters den einzig wahren Undergroundfilmer. Aber der Name Jack Smith sagt nur Kennern etwas.

Smith kam in den frühen 50ern nach New York. 1962 entstand sein bekanntester – obwohl formal bis heute wegen pornografischer Elemente verbotener - Film „Flaming Creatures“. Er arbeitete eng mit John Vaccaro, dem Gründer des Avantgardetheaters „The Playhouse of The Ridiculous“, zusammen. Smith bildete mit Waters und Andy Warhol die Speerspitze der schwulen Kunstszene im New York der 60er, sah jedoch anders als diese seine sexuelle Orientierung nicht als maßgeblich für seine Kunst an. Smith' Arbeit wird von diversen vor allem New Yorker Künstlern, Zeitgenossen und Nachfolgern, als wichtige Inspirationsquelle für ihr eigenes Werk benannt.

Es gab einen langem Streit um das Erbe des 1989 verstorbenen Künstlers. Freunde und Verehrer seiner Arbeit restaurierten jedoch in dieser Zeit seine Filme, machten sie der Öffentlichkeit zugänglich, und kümmerten sich um seinen gesamten künstlerischen Nachlass. Im vergangenen Jahr wurden Smiths Arbeiten nun endgültig von einer Galerie erworben. Bereits 2006 war der Dokumentarfilm „Jack Smith and The Destruction of Atlantis“ erschienen.

Im HAU und im Arsenal-Kino wird Jack Smith jetzt, kurz nach seinem 20. Todestag, ausführlich gewürdigt. Alle Filme von Smith werden wieder auf die Leinwand gebracht, und 50 Künstler/innen und Wissenschaftler/innen mit werden sich seiner Arbeit auseinandersetzen. Neben einer Theateraufführung gibt es DJ-Abende (u. a. mit Eric C. Clark), Konzerte (u.a. Justus Köhnke als Kinky Justice) und Performances, unter anderem von der New Yorker Avantgarde-Ikone Penny Arcade, die auch mit Smith befreundet war und sich um sein Erbe kümmerte. Mario Montez, Darsteller bei Smith und später einer von Warhols Superstars, wird zu Podiumsgesprächen anwesend sein und einen Vortrag über „Audiokassetten und Second-Hand-Klamotten“ halten. Zudem gibt es weitere Vorträgen zu den Themenbereichen Gender / Trash / Performancekunst, u. a. mit Diedrich Diedrichsen, Klaus Walter und Thomas Meinecke.

Arsenal-Kino / Hebbel am Ufer vom 28. Oktober bis 1. November

Einige Filme von Jack Smith gibt es bei ubu.com online zu sehen.

Hier "Flaming Creatures" (via ubu.com, 42:13)

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Drei Jungs, ein Auto und ganz viel Musik: "Bundesrepublik Deutschland" von Frank Witzel, Klaus Walter und Thomas Meinecke

Die alte Bundesrepublik im popkulturellen Rückblick
30. September 2009

Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, zu 60 Jahren Bundesrepublik, und diversen anderen Jubiläen und Zäsuren, die sich in diesem Kontext je nach individuellem Blickwinkel finden lassen, will sich niemand entgehen lassen, seinen Senf dazu zu geben. So auch nicht Klaus Walter, einer der profiliertesten Musikradionmacher der Republik, der Musiker, DJ und Autor Thomas Meinecke und nicht zuletzt der Schriftsteller Frank Witzel.

Alle samt Mitte Fünfzig, schauen die drei auf die alte Bundesrepublik zurück – hangeln sich entlang an ihrem Lebenselexir und Jungbrunnen Popmusik, die für sie auch immer das Politische mit einschloss. Aus Adenauer, Asbach Uralt, Hans Rosenthal, der RAF, Floh de Cologne und Roxy Music formiert sich ein sehr eigenes Bild der alten Bundesrepublik, in dem sich die drei Herren, gesamtbevölkerungstechnisch gesehen, eher sehr einig sind, als sich zu widersprechen. Wie in ihrem ersten gemeinsamen Buch, „Plattenspieler“, haben sie sich an einem Tisch zusammengesetzt und mit geballtem kulturellem Wissen drauflos schwadroniert – das hat eine fleißige Person transkribiert. Gekürzt wurde, beschönigt nichts, behauptet Klaus Walter im Vorwort.

Was sich für den popkulturell interessierten Menschen nicht nur unterhaltsam liest, lässt sich noch schöner anhören, wenn die Herren zunächst auf drei Terminen auf Lesereise sind.

Auszug aus dem Buch in „Der Freitag“

Thomas Meinecke / Klaus Walter / Frank Witzel,
Die Bundesrepublik Deutschland
Nautilus-Verlag
Broschur, 192 Seiten
ISBN 978-3-89401-600-5, 16,00 €

Termine:

Bremen
Dienstag, 6. Oktober, 20 Uhr
Schwankhalle Bremen, Buntentorsteinweg 112
Eintritt: € 6,50

Berlin
Donnerstag, 8.Oktober, 20.30 Uhr
Buchhandlung pro qm
Almstadtstraße 48-50
Eintritt frei

Frankfurt
Samstag, 17.10.2009, 22 Uhr
Kunstverein Frankfurt, Steinernes Haus am Römerberg, Markt 44
Im Rahmen der »open books«-Woche
Eintritt frei


Ja keine Klischees: Der gallische Hahn als
Logo des Festivals

Rachid Taha eröffnet das 5. Francophonic Festival in Berlin
29. September 2009

Am 1. Oktober beginnt das 5. Francophonic Festival in Berlin. Über zwei Wochen treten in der deutschen Hauptstadt in verschiedenen Locations zumeist neue Künstler/innen und Bands aus der hierzulande unterrepräsentierten Musikszene Frankreichs auf. Die Bandbreite reicht von Rock über Electro bis zu “Weltmusik“.

Den Auftakt macht allerdings ein Altmeister: Der algerisch-französische Star Rachid Taha. Er ist seit den 80er Jahren musikalisch aktiv, mischte damals schon die Musik seiner Heimat mit Rock, Punk und entdeckte später auch elektronische Musik. Am Eröffnungsabend stellt er sein neues Album „Bonjour“ vor, das am 13. November erscheinen soll.

Auch wenn das Festival einen eher offiziellen Charakter trägt und – wie übrigens auch das Reeperbahnfestival – ein Branchenevent ist, kann man sicher die eine oder interessante Band entdecken.


Festivalprogramm.

Ausführlicher Artikel im Tagesspiegel

Allen Ginsberg bei einer Lesung in London 1994 / Foto: Barbara Mürdter

Portobello Film Festival 2009
8. August 2009

Vom 3. - 20. September findet in London zum 14. Mal das Portobello Film Festival statt. Es werden 700 Kurz- und Spielfilme diverser Genres gezeigt. Sie stammen zumeist von noch unbekannten Regisseuren, die auf den internationalen Durchbruch hoffen. Aber auch größere Filme werden hier zum ersten Mal einem breiteren Publikum vorgestellt, wie 2007 z. B. Julian Temples Joe-Strummer-Film „The Future Is Unwritten“. Auch wenn Filme aus London verstärkt vertreten sind, stammen die Macher/innen aus aller Welt.

Zu den Specials gehört neben einem „Best Of“ anderer Europäischer Filmfestivals in diesem Jahr eine Reihe mit seltenen Filmen über die Beat Generation. Neben den üblichen Verdächtigen wie Jack Kerouac, Allen Ginsberg und William Burroughs wird auch die weniger bekannte britische Szene beleuchtet. Zudem gibt es ein Programm mit Filmemachern aus der Karibik, mit Umweltfilmen und einen „Urban Art Strand“ mit Liveperformances. Im „Video Cafe“ kann man sogar seine eigenen Filme mitbringen. Besonderes Schmankerl: Alle Veranstaltungen des Festivals sind kostenlos.

Das Portobello Film Festival entstand 1996 als Reaktion auf die schlechte Situation in der britischen Filmindustrie. Damals wurden 35mm- und Videoprojektionen in zwei Zelten gezeigt. Mit dabei ein Film des damals noch unbekannten Guy Richie. Seitdem war das Festival Sprungbrett für diverse junge, hoffnungsvolle Regisseure und brachte wieder Lebendigkeit in die britische Filmszene. Es hat sich viele neue Locations erobert. Von anfänglich 1000 Zuschauern wuchs die Zahl der Besucher auf inzwischen über 15 000.

Nick Cave / Foto: Wikipedia

No Wave: Eine Dokumentation über musikalische Subkulturen in Berlin und im New York der 80er
2. August 2009

Die Redaktion von Arte hat sich dazu entschlossen, dieses Sommerloch mit einem „Summer of the 80s“ zu füllen. Musikalisch stechen erst einmal einmal die üblichen Verdächtigen ins Auge: Dokumentationen mit Michael Jackson, George Michael, U 2, Tina Turner und Falco. Kommt immer noch drauf an, wie man es umsetzt, aber da wird wohl klar auf die Massen geschielt. Für das klassische Artepublikum und Musikinteressierte über Mitte 30 sind ewig durchgekaute Themen wie Madonna eher Ausschaltfaktoren.

Deshalb sei an dieser Stelle auf ein besonderes Kleinod hingewiesen, das sich im ansonsten massenkompatiblen Programm versteckt hat: Christoph Drehers Dokumentation „No Wave - Underground 80s Berlin New York“. Dreher war zu dieser Zeit nicht nur als als Musiker der legendären Berliner Band Die Haut und später Nick Cave's Bad Seeds selber dabei, sondern arbeitete auch damals schon als Musikfilmer. Seitdem hat er diverse Dokumentarfilme im Bereich Popkultur gedreht, die teilweise auch schon auf Arte gezeigt wurden. Diesmal befasst er sich mit dem musikalischen Austausch der Metropolen New York und Berlin, in denen zu dieser Zeit im Schatten der ökonomischen Krise reiche subkulturelle Szenen herangewachsen waren. Auf der New Yorker Seite war Dreher vor allem in der No-Wave-Szene und ihrem Umfeld unterwegs (Arto Lindsay, Lydia Lunch, Thurston Moore u.a.). Von der Berliner Seite kommen u. a. Blixa Bargeld, Nick Cave, Gudrun Gut, Alexander Hacke und Wolfgang Müller zu Worte. Der Film läuft am 13. August um 22.30 Uhr auf Arte – leider bisher ohne geplante Wiederholung.

David Lynch / Foto: Wikipedia

David Lynch Interview Projekt
4. Juni 2009

Wie einst sein Protagonist in der Straight Story hat sich David Lynch auf den Weg durch die USA gemacht. Allerdings nicht auf dem Rasenmäher, sondern bequem im Auto.

Auf einem 20.000 Meilen-Trip in 60 Tagen hat er Porträts seiner Landsleute, die er auf seiner Reise zufällige traf aufgenommen. 121 Menschen erzählen aus ihrem Leben und ihrem Alltag. Seit 1. Juni ist jeweils alle drei Tage eine neue Episode auf interviewproject.davidlynch.com zu sehen.

Ob er damit an die Qualitäten des großen, im letzten Jahr verstorbenen Studs Terkel anknüpfen kann? Der Journalist hatte unter anderem in den 30er Jahren während der Weltwirtschaftskrise einfache Amerikaner interviewt und damit eine bisher unerreichte Zeitgeschichte der USA von unten geschrieben.

Festival Theaterformen: Kafkas Prozess in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg / Foto: Presse

Festival Theaterformen
vom 10. - 21. Juni in Hannover

29. Mai 2009

Das Festival Theaterformen findet dieses Jahr vom 10. - 21. Juni in Hannover statt. Das international angelegte niedersächsische Theaterfestival hatte sich in den letzten beiden Jahren mit einem außerordentlich anspruchsvollen Programm wieder zum Aushängeschild, aber auch zum Publikumsrenner entwickelt. 2004 war es schon totgesagt.
Zu verdanken war der erfolgreiche Neustart dem Ausnahme-Theatermann Stefan Schmidtke, der jetzt zur Kulturhauptstadt Europas 2011 nach Tallinn (Estland) gewechselt hat.

Seine Nachfolgerin Anja Dirks – zuvor Kuratorin für die "forumfestwochen" bei den Wiener Festwochen – tritt in große Fußstapfen. Mehr zum Programm kann man hier erfahren.